Wiederauferstehung (Signale 71-92)

lackierte Rahmenteile

Eine Emme kämpft sich zurück ins Leben

Die Bestände wurden gesichtet, gereinigt und inventarisiert. Mehr dazu in Ausgabe 70-91. Nun konnte der Wiederaufbau  beginnen. Aus diesem Grund wurden der Rahmen und alle schwarzen Anbauteile zum Lackierer geschafft.

Da dieser zwar gern den Auftrag annahm, aber so eine Kleinteilesammlung, wie die unsrige nur in Verbindung mit größeren Aufträgen abgearbeitet werden sollten, mussten wir ein paar Wochen auf die Wiederkehr warten.

Nur eine Dienstreise zum anderen Ende der Welt und eine Techno Classica später konnten wir sie aber endlich abholen.

Dabei stellte sich zweierlei heraus: Erstens war die Rahmennummer unter einer satten Lage Farbe verschwunden. Zweitens sollte sich bei dem Angebot des Handwerkers an mich, als offensichtliche Privatperson, um ein Nettoangebot zzgl. 19% Ust. Gehandelt haben.

Ein wirklich alter Trick, den seriöse Unternehmen schon länger nicht mehr anwenden.

Es ist daher äußerst fraglich, ob der Rest der Teile auch noch seinen Weg in den selben Betrieb findet.

Zwischenzeitlich haben wir uns intensiv mit der möglichen Vorgehensweise beim Wiederaufbau beschäftigt. Wie genau sollten wir vorgehen?

Unserem Beschluss folgend wurde zuerst der Rahmen komplettiert.

Der Rahmen der 150er TS besteht aus dem Hauptrahmen selbst, einer Hinterradschwinge und einem massiven Sattelträger aus Guss.

Da bei der Vielzahl an möglichen Teilelieferanten ein Engpass an Teilen für den Wiederaufbau unwahrscheinlich war, sollten alle benötigten Ersatzteile nach Bedarf gekauft werden. Nachschub wurde erst geordert, wenn der vorherige Teileschatz verarbeitet war.

Der erste Einkauf bestand aus einer Tüte mit über 300 Schrauben, Federn und Scheiben für die Rahmenmontage.

Insgesamt 2 Abende kostete es, die Schrauben zu sortieren und den Bauteilen der MZ zuzuordnen.

Leider wurden Schlitzschrauben ausnahmslos durch Inbusschrauben ersetzt.

Insgesamt werden im Zuge der Restaurierung alle Gummiteile und alle Lager ersetzt.

Insgesamt eine Woche dauerte die Innenreinigung des Tanks.

Eine chemische und archäologische Analyse hatte vielleicht sogar meinen Verdacht erhärtet, dass die schwarze gummiartige Masse im Inneren schon zu Jörn Skafte Rasmussens Zeit eingefüllt worden sein muss.

Eine Woche lang bearbeitete ich den Tank jeden Tag mit heißem Wasser und Zitronensäure. Mit großem Aufwand besorgte ich mir sogar einen Tauchsieder. Leider klappte der nur einen Tag. Zumindest jedoch war die Qualität auf anhaltendem Niveau: Sein eilig bestellter Nachfolger heilt exakt genau so lange.

Ohne Nachheizen ging es jedoch auch und die Ergebnisse ließen mich staunen.

Nach 4 Tagen fasste der Tank insgesamt 2 Liter mehr, als vorher. Und am Ende einer arbeitsreichen Woche glänzte der Tank von innen wieder.

Schnell habe ich ihn mit einem phosphorsäurehaltigen Profigemisch vor erneutem Rostansatz bewahrt.

Leider stellte sich im allerletzten Durchgang heraus, dass der Tank leider doch nicht mehr dicht war und geschweißt werden musste.

Wir haben deshalb die Versiegelung des Tankinnenraumes noch etwas verschoben und wendeten uns nun wieder der Montage des Fahrgestells zu.

Die Schwinge erhielt neue Lager und wurde montiert. Der Sitzbankträger komplettierte das Ensemble und neue Stoßdämpfer sorgten wieder für etwas strafferen Halt am Heck.

Die total verrosteten Fußrasten Halter wurden ebenso ersetzt, wie die Fußbremse und die Lenkkopflager.

Die Trägerplatte für den Regler und die Zündspule, die Halterungen für die Seitenverkleidungen und die Sozius-Fußrasten vervollständigten den Rahmen noch weiter.

Die Idee, jetzt schon den neuen Kabelbaum zu montieren erwies sich als undurchführbar. Es fehlt noch jeglicher Anhaltspunkt für die Montage.

Damit konnten wir uns dem Zusammenbau der Telegabel zuwenden. Allerdings wollten wir vorher ein paar Aluteile zum Glasperlenstrahlen geben. Unter anderem den Hauptständer und die Klemmköpfe des Lenkers.

Außerdem kümmerten wir uns schon einmal, um eine Fachwerkstatt zur Aufarbeitung der Räder und für den Motor, der ganz sicher etwas intensivere Zuwendung verlangen wird.

 

Mehr dazu im dritten Teil...