Rennsport-Aktionen (Signale 1984-S)

Der PKW-Typ EMW 340/340-2 wurde von 1950 bis 1955  produziert.

...noch bis 1956

1951 war die werksintern als Verbrauchsprüfung durchgeführte Fahrt „100 km rund um die Wartburg" erster Serienwagenwettbewerb in der DDR. Auf Veranlassung der Sowjetischen Militär-Administration in Deutschland

begann schon im Herbst 1945 inmitten der durch Bombenangriffe größtenteils zerstörten Gebäude und Anlagen wieder eine Herstellung Eisenacher Automobile. Vorlage war das Zweiliter-Sechszylinder-Modell 321. Als Zweigwerk der SAG Awtowelo erfolgten dann die ersten Schritte zum sozialistischen Großbetrieb, und zur Serienproduktion gelangten der weiterentwickelte Typ EMW 340 bzw. 340.2 mit nun 55 PS leistendem 1971-cm³-Motor sowie Sportkabriolett und Sportcoups 327-2.

 

Zu den schnellsten 1,5-Liter-Rennfahrzeugen der Welt gehörend: AWE-RennsportwagenWeit früher als nach dem verheerenden zweiten Weltkrieg zu erwarten, fand in Europa eine Neubelebung des Automobilsportes statt, insbesondere von Rennen. Dazu ist nennenswert, daß gerade der 1971-cm³- Sechszylindermotor des Eisenacher Sportwagens 328 zunächst und mehrfach, auch in Westdeutschland und Großbritannien, die bevorzugte Triebwerksgrundlage für Rennfahrzeugbauten abgab. Am naheliegendsten freilich war das für das Eisenacher Automobilwerk selbst. Hier wurde dieser Motor also ebenfalls aufgegriffen, und mit ihm entstanden noch vor 1950 zwei Eisenacher Rennfahrzeuge, einmal ein sogenannter Intertyp-Rennwagen und zum anderen ein vollverkleideter Sportwagen.

 

Im 1953 eingerichteten Rennkollektiv des Werkes wurden dann Weiterentwicklung von Zweiliter-Rennwagen nach damaliger Formel-Vorschrift und der Neubau von 1,5-Liter-Rennsportwagen vorgenommen. Bei internationalen Rennen behaupteten die AWE-Rennsportwagen vorderste Positionen. Diese Wagen waren bestückt mit 135 PS leistenden Sechszylindermotoren mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Die einzige Gemeinsamkeit allerdings mit dem Motor des EMW 340-2 bestand nur noch in der Zylinderbohrung von 66 mm. Oder anders ausgedrückt: Die zweifellos in jeder Hinsicht attraktiven AWE-Rennsportwagen ermöglichten keinerlei Identifizierung mehr mit dem bisher produzierten Serien-PKW. Dies in erster Linie gab den Ausschlag dafür, daß das Werk 1956 den Rennsporteinsatz abschloß. Überdies liefen im Werk seit zwei Jahren Automobile mit völlig anderem, neuen Konzept vom Endmontageband.

 


Titelbild: Der PKW-Typ EMW 340/340-2 wurde von 1950 bis 1955  produziert.

Bild 1: Zu den schnellsten 1,5-Liter-Rennfahrzeugen der Welt gehörend: AWE-Rennsportwagen